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Aus Dietenhofen in alle Welt – Der Siegeszug von PLAYMOBIL

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Während mehr als 50 Prozent der in Deutschland erhältlichen Spielwaren aus Fernost stammen, fertigt die geobra Brandstätter GmbH & Co. KG, besser bekannt als der Hersteller von PLAYMOBIL, in eigenen Produktionsstätten in Deutsch­land und Europa. 1974 starteten die ersten Indianer, Bauarbeiter und Ritter von PLAYMOBIL ihren Siegeszug in die Kinderzimmer in aller Welt. Mehr als 3.700 Figurenvarianten sind seit 1974 entstanden, und das Volk der PLAYMOBIL-Figuren ist auf 2,5 Milliarden angewachsen. Hielten sie sich alle an der Hand, reichten sie 3,1 Mal um die Erde.

Das Herzstück des Produktionsverbunds ist die Fertigungs­stätte im fränkischen Dietenhofen im Landkreis Ansbach. 1.200 Beschäftigte haben hier ihren Arbeitsplatz. Auf 443 Spritzgießmaschinen werden täglich bis zu 10 Mio. Einzelteile gespritzt, 250.000 Teile bedruckt und durchschnittlich 65.000 PLAYMOBIL-Packungen gepackt. In 2011 hat geobra die Rekordsumme von 55 Mio. Fertigartikeln versandt. Um diese beeindruckenden Produktionsmengen zu schaffen, wird im Bereich der Spritzerei im Schichtbetrieb rund um die Uhr gearbeitet. Die sieben Spritzhallen sind mit Maschinen von Arburg, Babyplast, Battenfeld, Boy, Ferromatik, Sumitomo Demag, Engel und Krauss Maffei erstklassig bestückt. Dabei ver­fügen die kleinsten An­lagen über eine Schließkraft von sechs Tonnen, die größten von über 250 bis 2.000 Tonnen. Demnächst werden für die ebenfalls von Brand­stätter gefertigten hochwertigen Pflanzgefäße mit dem Markennamen LECHUZA noch größer dimensionierte Anlagen in Betrieb gehen.

Die Hydrauliksysteme in den modernen Spritzgieß­maschinen sind kompakt und besonders leistungsstark. Verringerte Spalttoleranzen und eine bessere Güte der Oberflächen ermöglichen extrem hohe Betriebsdrücke für eine gesteigerte Schließkraft und überaus präzise arbeitende Anlagenkomponenten. In Dietenhofen werden die Hydrauliksysteme der 443 Spritzgießmaschinen von einer eigenen Hydraulik­abteilung gewartet. Die acht Mechaniker und fünf Elektriker führen die Routinekontrollen nach den Vorgaben der jeweiligen Hersteller in Zeitabständen von ca. 500 Stunden durch. Hinzu kommen die großen jährlichen Wartungen nach 5.000 Betriebsstunden, manchmal auch häufiger. Die Hydrauliksysteme sind je nach Anlage mit 12 bis etwa 3.000 Liter Hydrauliköl vom Typ HLP 46 gemäß DIN 51524 T-2 im Einsatz. Dabei handelt es sich überwiegend um konventionelle mineralölbasische Hydrauliköle mit Additiven auf ZnDTP-Basis im Einsatz. Nur, wenn es der Maschinenhersteller vorschreibt, wird zinkfreies HLP 46 verwendet. Insgesamt wird die Sortenzahl der Schmierstoffe und Hydrauliköle bei geobra möglichst klein gehalten, um die Gefahr von Vermischungen falscher Öle z.B. bei zusätzlicher Nebenstrom-Filtration möglichst auszuschließen.

Die Pflege und Kontrolle der Hydrauliköle ist ein ganz wichtiges Thema beim Betrieb der Anlagen. Schließlich sind Einsatzzeiten von über 35.000 Stunden ohne Ölwechsel keine Seltenheit. Frischöl, das durch Transport und Lagerung nicht immer die geforderte Reinheit zeigt, gelangt natürlich erst dann ins System, nachdem es einen vorgeschalteten Feinfilter passiert hat. Außerdem sind viele Maschinen mit einem Bypassfilter ausgerüstet. Hydrauliköle in Anlagen mit sehr großen Füllmengen werden im Nebenstrom über zusätzliche Filtergeräte gereinigt. Die Überprüfung von Gebrauchtölen im Hinblick auf Vermischung und Verschmutzung erfolgt nach Herstellervorgaben mit on-site Test­geräten direkt vor Ort und durch OELCHECK-Analysen. Vor jedem Wechsel von großen Hydraulikölfüllungen wird grundsätzlich ein großer Check des Öls im OELCHECK-Labor durchgeführt. Erst dadurch wird die Notwendigkeit des Ölwechsels bestätigt. Dabei wird unter anderem die Ölalterung unter die Lupe genommen. Hohe Temperaturen, lange Standzeiten, große Drücke und eventuell auch noch Verschleißpartikel beschleunigen schließlich den unvermeidbaren Alterungsprozess. Verfügt das Hydrauliköl dann aber nicht mehr über genügend Performance, und hat zudem eine Veränderung der Viskosität stattgefunden, wirkt sich dies vor allem unmittelbar auf den Wirkungsgrad der Pumpe aus. Der für den Betrieb der Spritzgießmaschine entscheidende Druckaufbau vollzieht sich nicht mehr wie gewünscht, die Kavitationsneigung des Öles nimmt zu. Das Luftabgabevermögen verschlechtert sich. Das Hydraulikfluid muss dann gewechselt werden.

Ein weiterer unschätzbarer Vorteil der Analysen ist die Schadensfrüherkennung. Weist der Laborbericht zum Beispiel erhöhte Werte der Verschleißmetalle Eisen, Chrom, Zinn, Kupfer oder Blei auf, kann gezielt nach der Komponente gesucht werden, von der sie stammen. Natürlich werden die Öle auch im Hinblick auf eine mögliche Kühlwasserleckage analysiert, denn zu viel Wasser im Öl kann zu Schäden an den Pumpen führen. Mit den Analysen von OELCHECK geht geobra auf Nummer sicher, schließlich darf es zu keiner Verzögerung bei der Produktion kommen, denn überall warten die Kinder auf ihre geliebten PLAYMOBIL-Figuren.

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