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BAYERNOIL – Gasturbine erzeugt Energie für eine Raffinerie

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Insgesamt 465 Kilometer, vom nordost­italienischen Ölhafen Triest, über die Alpen nach Schwechat und weiter über Ingolstadt bis nach Karlsruhe führt die TAL, die Transalpine Ölleitung. Seit ihrer Inbetriebnahme 1967 sind über 1,2 Milliarden Tonnen Rohöl durch sie transportiert worden. Gewaltige Mengen, von denen ein großer Teil durch die BAYERNOIL Raffineriegesellschaft mbH verarbeitet wird. Sie ist ein Raffinerieverbund der OMV Deutschland GmbH, Ruhr Oel GmbH, Eni Deutschland GmbH und BP Europa SE. Das Unternehmen betreibt die größte Raffinerie im bayerischen Raum und gewährleistet damit die Versorgungssicherheit der Region mit Mitteldestillaten.

BAYERNOIL erzeugt aus rund 10,3 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr hochwertige Produkte wie Flüssiggase, Kraftstoffe, Benzine, Jet Flugzeugkraftstoff, Diesel, Heizöl und Bitumen. Die Tanklager-Kapazität beträgt mehr als 1,8 Millionen Kubikmeter. An den zwei Unternehmens-Standorten Vohburg und Neustadt a. d. Donau arbeiten rund 725 Mitarbeiter/innen, teilweise im Schichtdienst, damit die Produkte den Gesellschaftern nach deren Anforderungen zur Verfügung stehen. Die zwei Betriebsteile arbeiten dabei wie eine Raffinerie an einem gemeinsamen Standort. Damit dies reibungslos funktioniert, sind sie durch elf Pipelines verbunden.

"Raffinieren" kann wörtlich mit verfeinern, veredeln übersetzt werden. Bis aus dem Rohöl aber die ganze Palette der Mineralölprodukte gewonnen ist, durchläuft es einen mehrstufigen Prozess. In verschiedenen Anlagen wird es in seine Bestandteile aufgesplittet und in Fraktionen weiterverarbeitet. Die komplexen Produktionsprozesse laufen rund um die Uhr und werden in zwei Messwarten von qualifizierten Mitarbeitern automatisch gesteuert und überwacht. Sämtliche Fertigprodukte unterliegen strengsten internen und externen Qualitätsnormen, die durch DIN-, ISO- und EU-Richtlinien sowie von den Gesellschaftern vorgegeben werden. Die Sicherheit der Raffinerie steht an erster Stelle. Erst im März 2013 wurden verschiedene Anlagen in Vohburg den fälligen TÜV-Revisionen unterzogen. Insgesamt wurden circa 4.500 verschiedene Armaturen und Apparate überprüft bzw. repariert. Parallel dazu erfolgten Überholungs- und Reinigungsarbeiten. Im Stillstandszeitraum waren etwa 1.500 zusätzliche Mitarbeiter von Partnerfirmen auf dem Raffineriegelände tätig.

Eigene Turbinen sorgen für Energie

Der Betrieb der Anlagen, in denen jeder Liter Rohöl auf über 200 °C erhitzt werden muss, benötigt gewaltige Mengen an Energie. Diese wird von BAYERNOIL teilweise selbst erzeugt. Im Betriebsteil Neustadt sichert eine große Gasturbine einen Teil der Stromversorgung. Seit über 20 Jahren ist sie in Betrieb. 

Oelcheck überwacht Turbinenöle

Die Gasturbine wird mit 6.500 Litern eines teilsynthetischen Gasturbinenöls der ISO VG 32 geschmiert. Im Abstand von sechs Jahren wird sie einer großen Revision unterzogen. Etwa alle drei Jahre ist dennoch ein Ölwechsel fällig. Damit dieser langzeitig vorausgeplant werden kann, wird das Öl alle sechs Monate bei OELCHECK im Rahmen einer Trendanalyse untersucht. Schließlich ist die Gasturbine der zentrale Energielieferant der Raffinerie. Tritt an ihr ein Schaden auf oder fällt sie gar unerwartet aus, ist dies mit erheblichem Aufwand und Kosten verbunden.

Turbinenöle, insbesondere aus Gasturbinen, müssen sorgfältig überwacht werden. Für Turbinenöluntersuchungen bietet OELCHECK neun verschiedene Analysensets an. In speziell gestalteten Probenbegleitscheinen werden turbinenspezifische Parameter abgefragt. Turbinenölsets enthalten auch größere Probengefäße (bis zu 1 Liter), weil einige Prüfverfahren, wie Wasser- und Luftabscheidevermögen oder Schaumverhalten, relativ viel Öl benötigen. Das Öl aus der Gasturbine in Neustadt wird seit Jahren mit dem Analysenset T6 von OELCHECK halbjährlich untersucht. Auf der Basis der Trenddaten kann die verbleibende Standzeit des Öles prognostiziert werden, wenn sich die Betriebsbedingungen nicht wesentlich ändern. Natürlich werden neben dem Abbau von Antioxidantien im Öl auch zusätzliche Verunreinigungen rechtzeitig erkannt. Dies ist wichtig, weil sich alle Veränderungen nachteilig auf die Ölalterung, das Luftabgabeverhalten, den Verschleißschutz oder das Schaumverhalten auswirken können.

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