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Dettmer Reederei GmbH & Co. – Unterwegs auf den Wasserstraßen Europas

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Nur wenige Logistikprovider sind in der Lage ganzheitliche Logistikkonzepte in die Realität umzusetzen. Die Bremer Dettmer-Gruppe gehört zu den Gesellschaften, denen es immer besser gelingt, Netzwerke zu knüpfen und verkehrsträger-übergreifende Transportketten aufzubauen. Unter der Holding arbeiten rund 30 operative Einzelunternehmen in ganz Deutschland. Sie beschäftigen etwa 2.000 Mitarbeiter und erreichen einen jährlichen Umsatz von 250 Millionen €.

Das stärkste Standbein der Gruppe ist das Reedereigeschäft. Die Flotte der Dettmer Reederei GmbH & Co. ist auf dem europäischen Wasserstraßennetz im Einsatz. Das Reedereigeschäft ist hart umkämpft. Zeit ist Geld – und unnötige Liegezeiten müssen unbedingt vermieden werden.

Die Inspektion Lauenburg der Dettmer Reederei ist zuständig für 28 Tankschiffe des Unternehmens. Ein Schwerpunkt der Dettmer-Flotte ist der Transport von Mineralöl nach bzw. von Hamburg, Berlin und Magdeburg. Die Tankschiffe können als Einzelfahrer bis zu 1.300 t und als Koppelverbände bis zu 2.400 t Ladung in mehreren Einzelkammern aufnehmen.

Mit einer Länge von bis zu 147 m und einer Breite von 9 m sind sie auf die besonderen Anforderungen der Wasserstraßen im Osten ausgelegt. Ihre Steuerhäuser sind absenkbar, um eine Passage unter den Brücken Berlins zu ermöglichen. Die Hauptantriebe der Schiffe sind mit 900 PS-starken Deutz- oder MWM-Diesel-Motoren ausgerüstet. Die Hilfsmotoren der Be- und Entladepumpen verfügen über eine Leistung von bis zu 300 PS.

Die konsequente Wartung gehört für die Dettmer-Flotte zum Pflichtprogramm. Eine Generalüberholung erfolgt unter Aufsicht des Germanischen Lloyds in Abhängigkeit von den Betriebsstunden. Dabei werden die Normen des Germanischen Lloyds – der Vorschriften für den Bau, die Reparatur und Wartung von Handelsschiffen erlässt – strikt eingehalten. Nicht zuletzt auch auf Anforderung der Versicherungsgesellschaften werden sämtliche Motoren-Verschleißteile alle 5 Jahre begutachtet. Über die Kontrollen und eventuell notwendigen Maßnahmen wird Buch geführt, die Werte werden in einer Datenbank gesammelt. Alle 2,5 Jahre wird ein Zwischenbericht vorgelegt.

OELCHECK-Schmierstoffanalysen sind ein fester Bestandteil des Wartungskonzeptes. Dabei werden neben dem Hauptantrieb auch die Öle aus den Pumpenmotoren unter die Lupe genommen. Bei den schnelllaufenden Pumpenmotoren erfolgt alle 300 bis 500 Bh eine Ölanalyse. Damit wird Verschleiß vorzeitig aufgedeckt und das Öl auf Verunreinigungen durch Wasser und Kraftstoff kontrolliert.

Bei den Hauptantrieben ist in der Regel alle 2.500 Betriebsstunden ein Ölwechsel durchzuführen. Bereits nach 2/3 der zulässigen Ölstandzeit lässt die Inspektion jedoch eine OELCHECK-Ölanalyse durchführen. Damit geht sie absolut auf Nummer sicher. Etwaiger Verschleiß oder eine Veränderung des Ölzustandes aufgrund von Verunreinigungen oder Öloxidation werden rechtzeitig erkannt. Die Ölwechsel können auf der Basis der Trendanalysen gezielt in Abhängigkeit des Ölzustandes durchgeführt werden.

Bei einem Ölwechsel der Hauptmaschine sind die Beschaffungskosten für die ca. 350 l des neuen Schmierstoffs im Vergleich zum Arbeitsaufwand jedoch ein relativ kleiner Posten. Der Ölwechsel bei einem Tankschiff dauert meist einen ganzen Arbeitstag. Dabei werden die Luken zum Kurbelraum geöffnet, das System ausgewaschen sowie die Filter gereinigt und teilweise erneuert. Nach einer Sichtkontrolle im Triebraum werden die Kurbeltriebluken eingedichtet, das System mit Öl gefüllt und ein Probelauf durchgeführt.

Doch trotz des umfassenden Wartungskonzeptes ist die Inspektion Lauenburg auch auf die Erfahrung der Kapitäne angewiesen. Sie kennen ihr Schiff am besten und melden unverzüglich alle auffälligen Veränderungen an die Inspektion. Größere Wartungsarbeiten werden nach Möglichkeit nicht unterwegs sondern in der Werft in Lauenburg durchgeführt.

Eines der Tankschiffe meldete vor einigen Monaten einen unregelmäßigen Lauf. Die Inspektion ließ die Maschinen sofort stoppen und veranlasste eine Ölprobennahme. Eine OELCHECK-Ölanalyse meldete bereits am Abend: »Das Motoröl des Hauptantriebs enthält zu viel Wasser aus dem Kühlkreislauf. Es besteht die Gefahr eines Lagerschadens.« Die Ursache war bald entdeckt. Die Abdichtung einer Laufbuchse war undicht. Die Inspektion Lauenburg konnte die notwendigen Reparaturmaßnahmen einleiten und damit einen größeren Schaden vermeiden.

Schon bald danach hieß es für das Schiff der Dettmer-Reederei wieder:
Volle Fahrt voraus !

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