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Dienst auf der U-Bahnstrecke – Die Betriebsfahrzeuge der BVG

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Berlin – Mit einem leistungsfähigen System aus U-Bahn, Straßenbahn und Omnibus werden täglich ca. 2,4 Millionen Fahrgäste transportiert. Alleine die U-Bahnen der BVG (Berliner Verkehrsbetriebe) befördern täglich ca. 1,5 Millionen, im Jahr fast 500 Millionen Personen auf einem Streckennetz von 144 Kilometern Länge. Über 1.200 U-Bahnwagen fahren insgesamt 170 Bahnhöfe an, die im Durchschnitt nur 0,79 km vom nächsten entfernt liegen. So kommen am Tag 400.000 U-Bahn-Kilometer zusammen. In keiner anderen europäischen Metropole gibt es mehr U-Bahn-Linien, die ihren Betrieb auch nachts, an Wochenenden und vor Feiertagen aufrecht erhalten. Mehr Service ist kaum vorstellbar. Seit über 100 Jahren stellt die BVG ein Stück Lebensqualität in Berlin dar. Der technische und organisatorische Aufwand dafür ist allerdings enorm.

Alle Einrichtungen des öffentlichen Nahverkehrs wie Bahnen, Busse, Fahrtreppen, Aufzüge müssen für einen störungsfreien Betrieb regelmäßig gewartet werden. Zu vielen Wartungsarbeiten gehört auch eine regelmäßige Überprüfung der Ölfüllung dieser Einrichtungen, denn es hat sich gezeigt, dass eine regelmäßige Ölkontrolle die vorbeugenden Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen entscheidend unterstützen können. Früher erfolgten solche Ölkontrollen im betriebseigenen BVG-Labor. Aber nachdem dieses aufgelöst wurde, sind seit mehr als 10 Jahren die schnellen OELCHECK-Schmierstoffanalysen ein fester Bestandteil der vorbeugenden Instandhaltung in den unterschiedlichsten Abteilungen und Betriebsmeistereien bei der BVG.

Auch bei den U-Bahn-Betrieben werden Informationen aus dem Öl regelmäßig als Basis für die Instandhaltung der Betriebsfahrzeuge betrachtet. Schließlich muss das extrem beanspruchte Gleisnetz immer perfekt in Stand gehalten werden. In Brietz, im Süden Berlins, sind die über mehr als 60 Betriebsfahrzeuge des U-Bahnnetzes stationiert. Dazu zählen E- und Dieselloks, Schienenbearbeitungszüge Kabelloren, genauso wie Schienenmesswagen. 13 Mitarbeiter sind dafür verantwortlich, dass dieses rollende Material auf Abruf einsatzbereit ist. Jeden Tag werden in Brietz die von den Bahnmeistereien der Berliner U-Bahn angeforderten Betriebsfahrzeuge vorbereitet. Zum Einsatzort überstellt werden sie meist in der Nacht. Doch auch tagsüber wird den Fahrgästen an den U-Bahnhöfen immer wieder einmal eine „Sonderfahrt“ angekündigt. Dann heißt es „Achtung, eine Zugdurchfahrt“ und kurz darauf gibt es einen der Wartungszüge auf seiner Fahrt zur Baustelle zu bestaunen. Vornweg die Lok, gefolgt von einer Kombination aus Güter- und Arbeitswagen, sowie einem “Spitzenfahrzeug” am Ende. Dieses ist mit einem Führerstand ausgerüstet und kommt zum Einsatz, wenn es ohne Wenden zurückgeht.

Die Bahnmeistereien der jeweiligen U-Bahn-Strecken, die ihre Problembereiche am besten kennen, sind für die Bestückung der Arbeitswaggons mit Schienen, Werkzeug, Schotter und notwendigem Reparaturmaterial zuständig. Am Einsatzort angekommen, kann es dann gleich zur Sache gehen. In den Tunnelanlagen und auch auf den oberirdischen Streckenabschnitten müssen unter Anderem alte Gleise versorgt, neue Gleise verlegt, Weichen geprüft und das Schotterbett gepflegt werden.

Wie die U-Bahn-Züge werden auch die Betriebsfahrzeuge, sorgfältig auf der Basis eines detaillierten Wartungsplans kontrolliert und vorbeugend gewartet. Alle sechs Wochen werden die angetriebenen Traktionsfahrzeuge untersucht, alle übrigen Waggons im Turnus von zehn Wochen. Einmal jährlich erfolgt eine Generalinspektion. Diese umfassende Wartung dauert in der Regel zwei bis drei Tage. Während dieser Zeit werden nicht nur Elektro- und Metallkomponenten in Bezug auf Verschleiß und Korrosion geprüft. Auch der Verschleiß von Antriebsmotoren, Getrieben, Generatoren- und Radlagern wird sowohl durch direkte Inaugenscheinnahme als auch indirekt über die Öl- bzw. Fettanalyse kontrolliert.

Da die Betriebsfahrzeuge ständig einsatzbereit sein müssen, ist die Schadensfrüherkennung extrem wichtig. Die Öle aus Antriebsgetrieben und aus den Kompressoren, die u.a. die Druckluft zum Bremsen und Arbeiten erzeugen, werden einmal jährlich untersucht. Für die Überwachung der Motoren von älteren Dieselloks stehen sicherheitshalber zwei Ölanalysen pro Jahr auf dem Programm. Noch während die Fahrzeuge zur Inspektion in der Werkstätte in Berlin-Brietz stehen, treffen die Ergebnisse der OELCHECK-Schmierstoffanalysen ein. Bei Bedarf kann sofort gezielt gehandelt werden.

Bei den Arbeiten mit den Wartungs- und Reparaturzügen in den U-Bahn-Tunneln ist die Staubbelastung überproportional hoch. Als Faustregel gilt: Bei überwiegendem Betrieb im Tunnel sind die Ölwechselfristen für Motor- und Getriebeöle zu halbieren. Den optimalen Zeitpunkt für den notwendigen Ölwechsel haben die Spezialisten von der BVG im Griff – auch wenn der Staub im Tunnel überaus fein und daher besonders tückisch ist. Weist der Laborbericht für ein Getriebeöl erhöhte Werte für Silizium auf, wird das Öl sofort gewechselt, denn Staub kann die Ursache für einen starken abrasiven Verschleiß sein.

Bei den Kolbenkompressoren, die staubhaltige Luft verdichten, droht zusätzlich ein Ausfall durch Wasser, das die Ursache für Rost und korrosiven Verschleiß ist. Aus der Druckluft fällt Kondenswasser aus. Wenn der Abscheider des Kompressors die Menge des Wassers nicht bewältigt oder wenn das gealterte Öl das Wasser nicht schnell genug abscheiden lässt, bleibt zuviel Wasser im Öl. Dadurch entstehen Rostpartikel und Korrosionsverschleiß. Im Endeffekt fressen sich die verschlissenen Kolben des Kompressors und es geht nichts mehr.

Schmierstoffanalysen von OELCHECK sind bei der BVG ein fester Bestandteil der vorbeugenden Instandhaltung nicht nur für die Betriebsfahrzeuge sondern auch für die Busse, U- und Straßenbahnen. Sicher, zuverlässig, preiswert und schnell.

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