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Fischer – 101 Spritzgießmaschinen und 9 Millionen Kunststoffdübel jeden Tag

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Wie kaum ein anderes Unternehmen verkörpern die fischerwerke GmbH & Co. KG den deutschen Innovationsgeist. Vor 62 Jahren gegründet, zählt es heute zu den weltweit führenden Anbietern von Befestigungstechnik.

Seit 30 Jahren steht Professor E.h. Senator mult. E.h. Dipl.-Ing. (FH) Klaus Fischer an der Spitze der Unternehmensgruppe. Unter seiner Leitung entwickelte sich fischer zu einem weltweit agierenden Unternehmen mit sicheren und wirtschaftlichen Lösungen in den Bereichen Chemie, Stahl und Kunststoff.

Den Grundstein dafür hatte 1958 Unternehmensgründer Artur Fischer mit der Erfindung des S-Dübels, eines Spreizdübels aus Kunststoff, gelegt. Mit über 1100 angemeldeten Erfindungen und 570 erteilten Schutzrechten allein in Deutschland, zählt er zu den einflussreichsten Innovatoren des Landes. Zu seinen wichtigsten Erfindungen zählen das Synchronblitzgerät (1949), die Hinterschnittverankerung in Beton und das Konstruktionsspielzeug fischertechnik. Mittlerweile ist Innovation bei fischer ein Thema für alle Mitarbeiter – und beschränkt sich nicht nur auf Produkte. Jährlich kommen aus der Belegschaft über 14 Patentanmeldungen pro 1000 Mitarbeiter.

Die Innovationskraft kann heute in Waldachtal im Nordschwarzwald betrachtet werden, wo täglich etwa neun Millionen Kunststoffdübel in allen erdenklichen Varianten produziert werden.
Um diese immensen Stückzahlen zu fertigen, stehen momentan 101 Spritzgießmaschinen zur Verfügung. Der überwiegende Teil der Präzisionsmaschinen stammt aus dem Hause Arburg. Außerdem sind Spritzgießmaschinen von Ferromatik Milacron und Netstal im Einsatz. Die Spritzgießmaschinen arbeiten rund um die Uhr. Für den täglichen Ausstoß von 9 Millionen Kunststoffdübeln werden jeweils etwa 11 Tonnen Kunststoffgranulat verarbeitet. Bei Fischer ist absolute Hochleistung angesagt. Alles muss perfekt funktionieren. Für die Wartung der Anlagen im Werk Waldachtal ist die Zentrale Instandhaltung mit Abteilungsleiter Herrn Werner Stahl und 12 Mitarbeitern verantwortlich. Mit zu ihren Aufgaben gehören die Befüllung, Kontrolle und Wartung der Hydrauliksysteme der Anlagen. Eine Spritzgießmaschine fasst je nach Typ zwischen 200 und 700 Liter Hydrauliköl. Eingesetzt werden Hydrauliköle gemäß DIN 51524 T2 vom Typ HLP 46. Bei der Wahl des Öls ist Qualität gefragt. Die Instandhalter von Fischer stellen an das Hydraulikmedium genau definierte Anforderungen, wie:

  • Die Einhaltung einer hohen Reinheitsklasse bereits im angelieferten Frischöl.
  • Gute Filtrierbarkeit.
  • Ein schnelles Luftabscheidevermögen, denn zu viel gelöste Luft im Öl kann Kavitation an Pumpen und Ventilen verursachen.
  • Für Maschinen der neuesten Generation: zinkfrei und aschearm.
  • Hohe Alterungsstabilität.
  • Zuverlässiger Korrosionsschutz.

Vor allem die Einhaltung optimaler Reinheitsklassen ist für die Ölauswahl und die Beurteilung von Gebrauchseigenschaften entscheidend. Auch beim Ölhersteller vorgefilterte Öle werden beim Einfüllen in das Hydrauliksystem grundsätzlich noch einmal gefiltert, damit auch Restverschmutzung weder Komponenten noch Öllebensdauer beeinträchtigt. In den Spritzgießmaschinen sind zwar serienmäßig Feinstfilter eingebaut, trotzdem wird das Hydraulikfluid jährlich im Rahmen vorsorglicher Ölpflege zusätzlich noch einmal mit einem mobilen Bypass-Filter gereinigt.

Ziel der Instandhalter ist es, möglichst lange Ölstandzeiten bei maximaler Betriebssicherheit der Anlagen zu erreichen. Die Hydrauliköl-Füllungen werden deshalb nicht anhand der gefahrenen Betriebsstunden, sondern ausschließlich in Abhängigkeit ihres Zustandes gewechselt. OELCHECK Schmierstoffanalysen dienen dazu als verlässliches Steuerungs- und Kontrollinstrument. Mindestens einmal jährlich werden Ölproben aus den Hydrauliksystemen sämtlicher Spritzgießmaschinen entsprechend dem Analysenset 2 untersucht.

Mit der konsequenten Umsetzung ihrer Strategie konnten die Instandhalter von fischer schon beachtliche Einsparungen erzielen. Schließlich sind der Zeitaufwand für eine Probenentnahme und der Preis einer Öluntersuchung minimal im Vergleich zum Arbeitsaufwand eines Ölwechsels und den Kosten einer neuen Ölfüllung. – fischer hat übrigens jeglicher Verschwendung im Betrieb den Kampf angesagt. Und nicht von ungefähr wurde Klaus Fischer von einer großen Zeitung schon einmal der Titel „Deutschlands konsequentesten Prozessoptimierer“ verliehen.

Das Analysenset 2, ideal für Stationärhydrauliken.

  • Exakte Bestimmung von Partikelzahlen und -größen mit Angabe der drei Reinheitsklassen nach ISO4406 und mit weiteren Partikelgrößen >21, > 38und > 70 μm nach SAE 4059.
  • Verschleißmetalle. Besonders dem Kupfer, das in Rohrleitungen und in Buntmetallen vorhanden ist, kommt eine große Bedeutung zu. Daneben werden auch Spuren von Eisen, Chrom, Zinn, Blei, Aluminium und Nickel festgestellt.
  • Der magnetisierbare Eisenabrieb in Form des PQ-Index lässt Unterscheidungen im Hinblick auf korrosiven (nicht magnetisch) oder abrasiven Verschleiß zu.
  • Additive wie Kalzium, Zink, Phosphor und Schwefel kommen in zinkhaltigen HLP-Ölen vor. Zinkfreie Öle enthalten nur Schwefel und Phosphor als Elemente. Bei der Diagnose wird darauf geachtet, dass zinkhaltige und zinkfreie HLP-Hydrauliköle nicht miteinander gemischt werden, denn eine Mischung aus beiden Typen ist wegen eventueller Zinkseifenbildung schlechter filtrierbar.
  • Etwaige Verunreinigungen wie Silizium, Kalium, Natrium, Wasser zeigen, ob z.B. hartes Wasser aus dem Kühlkreislauf, das bei Temperaturen von 80°C verdampft, seine „Härtebildner“ und Mineralien im Öl zurücklässt.
  • Ein Frischölvergleich des Infrarot-Gebrauchtölspektrums zeigt Ölalterung und Oxidation.
  • Die Viskosität bei 40°C + 100°C und der Viskositäts-Index geben neben den Additiven Hinweise auf Alterung und Vermischung.
  • Der optische Eindruck, der Geruch und das Aussehen lassen eine Plausibilität im Zusammenhang mit den übrigen Werten erkennen. 

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