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LEIPA – weltweit führend bei Qualitätsprodukten auf Altpapierbasis

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Jährlich wird in den Werken der Leipa Georg Leinfelder GmbH die beinahe unvorstellbare Menge von 1.000.000 t Altpapier, mehr als 100 LKW-Ladungen pro Tag, verarbeitet. An den Standorten Schrobenhausen/Bayern und Schwedt/Brandenburg entstehen daraus Offsetpapiere für Kataloge und Magazine sowie Verpackungspapiere aus Karton und Wellpappenrohpapieren (so genannte Testliner). Leipa betreibt weltweit die erste Papierfabrik, in der aus Altpapier ein hochwertiges Papier für Farbdruck-Magazine in einer Qualität hergestellt wird, das in allen relevanten Eigenschaften den Papieren aus Primärfasern ebenbürtig ist.

Im Leipa Werk in Schwedt sind drei Papiermaschinen im Einsatz. Allein die große Voith Papiermaschine PM 4 produziert dabei jährlich ca. 360.000 t hochwertiges Magazin-Papier. Ungeplante Maschinenstillstände und damit verbundene Produktionsausfälle müssen unbedingt vermieden werden. Ein bewährtes System der vorbeugenden Instandhaltung und einer regelmäßigen Maschinenüberwachung ist daher fest in alle Betriebsabläufe integriert.

Den Schmierstoffen, ihrer Pflege und Überwachung wird besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Schließlich stellen sie bei den großen Mengen von mehreren Tausend Litern in den Umlaufsystemen einen hohen Kostenfaktor dar. Möglichst lange Ölstandzeiten sollen deswegen realisiert werden. Gleichzeitig hängt von den Schmierstoffen der sichere Betrieb der Papiermaschinen ab. Regelmäßige Ölanalysen liefern die entsprechenden Informationen für eine proaktive Instandhaltung.

Das Hydraulik- und Umlaufölsystem der Nasspartie der PM 4 benötigt 6.000 Liter. Der größte Tank ist an der PM 4 die Nipco Kalander Hydraulik mit 16.000 Liter. Der Tank für die Zentralschmierung für die Trockenpartie fasst 9.000 Liter Syntheseöl. Damit werden über 600 Lagerstellen versorgt. Besonders in der Trockenpartie ist das Umlauföl extremen Belastungen ausgesetzt. Die dampfbeheizten Papiermaschinen arbeiten betriebsbedingt grundsätzlich unter einer "Haube" in einer bis zu 80 °C heißen Umgebung mit bis zu 90 % Luftfeuchte. An den Lagerstellen treten Dauertemperaturen bis zu 95 °C auf. An den Abdicht-Labyrinthen der Trockenzylinder-Lager können außerdem Dampf oder feuchte Luft direkt in das Ölumlaufsystem eindringen. Bei der Abkühlung kann sich dann in Lagern und im Öltank Kondenswasser absetzen. Der Wassergehalt am Tankboden muss bei der täglichen Kontrolle unbedingt beurteilt werden. Zu viel Wasser wird mit einem Dünnschichtverdampfer ausgetrieben, in dem der Siedepunkt des Wassers durch Vakuum so erniedrigt wird, dass es bei ca. 60 °C verdampft. Auch feiner Papierstaub kann die Öle belasten. Oxidationsprodukte aus dem Öl können in Verbindung mit Papierpartikeln die Zumessventile der Zentralschmieranlage blockieren und so z.B. die Zuteilung von Öl verhindern. Die Instandhalter in Schwedt haben alle Hydrauliksysteme und Zentralschmieranlagen mit Schnellkupplungen versehen, um dort zusätzliche mobile Filteranlagen und Vakuumverdampfer im Nebenstrom zur Entfernung von Schmutzpartikeln bzw. Wasser anschließen zu können. Der Wassergehalt der Öle darf 100 ppm nicht überschreiten. Dank der strikten Beachtung dieser Vorgaben ist die Summe der Ausfallzeiten wesentlich gesunken, die Lebenszeiten sämtlicher Komponenten wurden verdoppelt.

Soll ein Papiermaschinenöl lange Standzeiten erzielen, zuverlässig funktionieren und einen positiven Effekt in Sachen Energieeffizienz aufweisen, ist es mit einem Öl von der Stange nicht getan. Nachdem bei einem konventionellen Öl wiederholt Filterblockaden und die Bildung von Ablagerungen im Tank und Lagergehäusen der Zentralschmierung der Nasspartie der PM 4 aufgetreten waren, entwickelte ein namhaftes Mineralölunternehmen gezielt für diesen Einsatzfall ein innovatives Produkt mit einer neuartigen Additivierung. In einem groß angelegten Feldtest wurde es bei Leipa geprüft. Nach vielversprechenden Ergebnissen erfolgte 2010 die Umstellung der PM 4 auf das neue Umlauföl. Der Wechsel war ein voller Erfolg. Unter anderem wurden Getriebetemperaturen um bis zu 10 °C gesenkt. Ein eindeutiger Hinweis auf eine reduzierte Reibung und damit eine längere Lebensdauer der Komponenten. Der Energieverbrauch der Getriebe sank nachweislich um knapp 3 %. Durch die Abnahme der Öltemperatur um 10 °C, verdoppelte sich die Lebensdauer des Öles. Sogar auf die Bildung von Ablagerungen hatte das neue Öl positive Auswirkungen. Die Filter erreichen nunmehr Standzeiten von neun statt von vorher zwei Monaten.

Viele der Erfolge konnten im Rahmen der Instandhaltung von Leipa nur durch den Einsatz der Schmierstoffanalysen von OELCHECK erzielt werden. Die Analysen liefern die entscheidenden Vorgaben für nahezu alle Pflegemaßnahmen rund um die Schmierstoffe und Hydraulikfluids. Sämtliche Hydraulik- und Zentralschmieranlagen sind im Wartungsplan erfasst. Ölproben werden ihnen turnusmäßig entnommen und von OELCHECK untersucht.

Die Instandhalter wechseln die Öle nicht mehr zeitabhängig nach diversen Herstellervorgaben, sondern gemäß Ölzustand, der aus dem Laborbericht hervorgeht. Sie erkennen frühzeitig Trends und handeln dementsprechend. Außerdem wird auf Basis der Laborergebnisse auch der Einsatz der mobilen Reinigungsanlagen optimal gesteuert. Das nötige Wissen rund ums Öl wird dabei durch den regelmäßigen Besuch von OilDoc Seminaren und Symposien auf dem neuesten Stand gehalten.

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