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Tyrolean Airways – der Sicherheit verpflichtet

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Tyrolean Airways haben sich seit ihrer Gründung 1980 auf die Bedienung von Regional- und Nischenmärkten in ganz Europa spezialisiert und sich dabei zu einer der größten und erfolgreichsten Regionalfluggesellschaften Europas entwickelt. Tyrolean Airways sind eine Gesellschaft der Austrian Airlines. Innerhalb dieser Gruppe sind sie mit Flugzeugen für bis zu 80 Passagiere verantwortlich für den Zubringer- und Regionalverkehr.

Dabei verbinden Tyrolean Airways zum Einen Regionen in West- und Osteuropa mit einem dichten Streckennetz via Wien, dem Hub der Austrian Airlines Gruppe, und zum Anderen werden wichtige Verbindungen zwischen dem österreichischen Heimatmarkt und den Drehscheiben der Star Alliance in Frankfurt und München hergestellt.

Mit einer Flotte von 40 Jet und Turboprop Flugzeugen – einer der jüngsten und modernsten Flotten, welche derzeit im europäischen Regionalverkehr in Betrieb ist – bedienen Tyrolean Airways mit mehr als 1.450 Flügen pro Woche rund 50 Ziele in ganz Europa. Von Innsbruck aus, dem Heimatflughafen von Tyrolean Airways, werden die Instandhaltungsabteilungen in Form von Base- und Line-Maintenance gesteuert. Die Base-Maintenance ist für umfangreiche Inspektions- und Wartungsarbeiten nach festen Zeitvorgaben verantwortlich, die Line-Maintenance wird dann aktiv, wenn während der Einsatzzeit der Flugzeuge Reparaturen durchgeführt werden müssen.

Tyrolean Airways lassen im Base-Maintenance die Flüssigkeiten der Bordhydraulik und Flugturbinen durch Schmierstoffanalysen regelmäßig überprüfen. Fett-Analysen werden vor allem während der kalten Jahreszeit von der Line-Maintenance genutzt.

Ein Schwerpunkt ist dabei die Kontrolle der Fette in den Radlagern. Ein Flugzeug ist in der Regel mit vier Hauptfahrwerksrädern und zwei Bugrädern ausgestattet. Diese Räder, Reifen und fettgeschmierte Radlager müssen vor allem beim Landen einiges aushalten. Starke Beschleunigung aus dem Stillstand heraus und hohe Bremskräfte in Verbindung mit einem reibungsbedingten Anstieg der Betriebstemperatur beim Landen fordern zuverlässige Radlager und funktionsfähiges Schmierfett. Die Reifen sind starken Temperaturschwankungen und rauen Pistenbelägen ausgesetzt.

Bei den regelmäßigen Kontrollen des vollsynthetischen Aviation Fettes fiel den Experten von OELCHECK in den Wintermonaten immer wieder eine dunkle Verfärbung des Fettes auf, die üblicherweise als ein Zeichen für erhöhten Verschleiß angesehen wird. Die AES-Untersuchungen zeigten allerdings relativ wenig Eisen und Chrom, dafür aber eine Veränderung im Bereich von Natrium, Kalium und Zink.

Die verantwortlichen Mitarbeiter von Tyrolean Airways kamen der Ursache für diese Elemente schnell auf die Spur: in der kalten Jahreszeit werden die Flugzeuge verstärkt mit Enteisungsmittel behandelt, das vor dem Start mit Drucklanzen auf die Flugzeuge aufgesprüht wird. Außerdem werden die Start- und Landebahnen absolut schnee- und eisfrei gehalten. Eine spezielle Anti-Icing-Flüssigkeit mit hohem Salzanteil taut garantiert alles weg, doch anschließend steht ein Gemisch von Wasser und Enteisungsmitteln auf den Pisten. Landet nun ein Flugzeug, sind die Räder unweigerlich dieser Mischung ausgesetzt. Vor allem zwischen den jeweils paarweise angeordneten Rädern des Hauptfahrwerks kommt es zu starken Verwirbelungen im salzhaltigen Nebel, wenn die Bugräder beim ersten Bodenkontakt das Salzwasser wegschleudern.

Das Fett ist neben der Schmierung auch für eine besonders gute Abdichtung der Radlager zuständig. Wenn es kontinuierlich mit den extrem aggressiven Salzen der Enteisungsmittel in Kontakt kommt, hält es auf Dauer nicht Stand. Das salzhaltige Wasser dringt in das Fett ein und reduziert seine Schmier- und Abdichtwirkung. Die Folge ist ein erhöhter korrosiver Verschleiß der Radlager. Bei zu viel Rost und Verschleiß könnten die Kegelrollenlager komplett zerstört werden oder gar blockieren.

Aber selbst wenn dieser Fall wirklich eintreten würde, wäre die Sicherheit beim Landen nicht gefährdet, denn die intakten Räder könnten die Aufgabe eines defekten Rades mit übernehmen. Tyrolean Airways sind für ihre Zuverlässigkeit und den hohen Service- und Qualitätsstandard bekannt. Wird ein potentielles Risiko entdeckt, muss es sofort eliminiert werden. In Sachen Radlager wurden daher während der Wintermonate umgehend kürzere Wartungs- und Nachschmierintervalle festgelegt. Auch die regelmäßigen Untersuchungen der Radlagerfette im OELCHECK-Labor gehören mit zum umfangreichen Kontrollsystem.

Neben der Qualität der Analysen schätzen die Maintenance-Mitarbeiter der Tyrolean Airways vor allem die Schnelligkeit des OELCHECK-Labors: meist am gleichen Tag, spätestens aber innerhalb von 24 Stunden nach Eintreffen der Probe kommen Untersuchungsergebnisse und ein englischer Kommentar per Mail und Internet aus Bayern nach Tirol. 

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