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Feste Verunreinigungen in Schmierfetten

Mit nahezu 10.000 Untersuchungen von gebrauchten Schmierfettproben im Jahr ist OELCHECK weltweit das führende Servicelabor für Gebrauchtfettanalysen. Für die Routineüberprüfung von Schmierfetten werden kostengünstige Analysensets angeboten. Mit den darin enthaltenen Prüfverfahren können nahezu alle alltäglichen Fragestellungen abgedeckt werden.

 

Darüber hinaus stehen weitere Sonderuntersuchungen, z.B. für Versuchsbeobachtungen oder Fragen im Zusammenhang von Lagerausfällen, zur Verfügung. Eine davon ist die Bestimmung der Menge und Art von Partikeln sowie festen Verunreinigungen, die sich in gebrauchten Schmierfetten befinden. Meist sind solche Partikel mit dem bloßen Auge (>70 µm) in Fettproben sichtbar, die aus großen, langsam laufenden Wälzlagern oder Drehkränzen stammen. Neben weichen Partikeln aus der Fettalterung und festen Verunreinigungen (Staub) aus der Umgebung enthalten solche Fette oft metallische Verschleißpartikel von den Komponenten der Lager, wie Lagerkäfigen, Laufbahnen oder Wälzkörper. Form, Härte, Menge und Größe der festen Verunreinigungen beeinflussen die Gebrauchsdauer der Wälzlager. Daher werden hinsichtlich einer verbesserten Reinheit nicht nur an Öle sondern auch an Schmierfette immer höhere Anforderungen gestellt.

 

Zur Bestimmung fester Bestandteile ist in der DIN 51813 – allerdings nur für Frischfette – ein Verfahren definiert, wie feste Stoffe über 25 µm Teilchengröße durch Hochdruckfiltration über einen Filter mit 0,025 mm Porenweite aus einer großen Frischfettmenge von 0,5 kg quantitativ ermittelt werden. Für Gebrauchtfettanalysen ist diese Methode ungeeignet. Lediglich die Prozedur der Probenaufbereitung entsprechend dieser Norm wird im OELCHECK-Labor für die relativ aufwändige Untersuchung genutzt.

Bei der Gebrauchtfettanalyse gehört die Bestimmung von Verschleiß- oder Verunreinigungs-Elementen sowie Additiven zum Standard eines Analysensets. Dazu werden 27 Elemente wie Eisen, Chrom, Silizium, Natrium, Zink und Phosphor nach dem Rotrode-Verfahren bestimmt. Die Elementgehalte werden in mg/kg angegeben. Leider lassen sich aber sehr große Partikel durch den RDE-Lichtbogen, mit dem die einzelnen Bestandteile angeregt werden, mit der Atom-Emissions-Spektroskopie nur bis zu einer Größe von ca. 5 µm sichtbar machen.

 

Wenn in einer Gebrauchtfettprobe sichtbare Partikel (>70 µm) vorhanden sind, ist die Bestimmung der Elemente nicht immer präzise. Hier lassen sich mit der "Bestimmung des Gehaltes an festen Stoffen" Rückschlüsse auf den Verschleißzustand des geschmierten Elements gewinnen. Diese Methode funktioniert allerdings nur für seifenverdickte Schmierfette ohne Festschmierstoffe. Es werden drei Gramm Schmierfett benötigt.

Quelle:

OELCHECKER Winter 2013, Seite 3