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Förder-Programm für Bioöle

Unser Schmierstoff-Lieferant machte uns auf ein Förder-Programm für Bioöle aufmerksam. Das komplette „Umölen“ einer Hydraulikanlage wird vom Staat finanziert. Das spricht für sich. Doch gibt es dabei etwas, was wir unbedingt beachten müssen?

 

OELCHECK antwortet:

Aus umweltpolitischen Gründen bietet das BMVEL (Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft) ein Förder-Programm für den Einsatz von biologisch abbaubaren Ölen an.

Damit sollen Betriebe in „umweltsensiblen“ Bereichen zum Umstieg auf Bio-Öle angeregt werden. Im Rahmen eines Markteinführungsprogramms (MEP) für „biogene Treib- und Schmierstoffe“ können den Betrieben bis zu 100 % der Mehrkosten zwischen dem teureren Bio-Öl und dem herkömmlichen Mineralöl sowie die Spülöl-, Entsorgungs- und Arbeitskosten erstattet werden. Die förderungswürdigen Bioöle müssen in einer „Positiv-Liste“ aufgeführt sein, die vom „Institut für fluidtechnische Anlagen und Steuerungen“ (IfAS) geführt wird. Die „Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe“ (FNR) entscheidet über die Förderung.

Das Förder-Programm selbst ist als umfangreicher Reihenversuch anzusehen. Die umgeölten Maschinen werden dabei quasi zu Versuchsmaschinen deklariert. Wenn das vorgesehene Öl nicht explizit vom Maschinenhersteller freigegeben ist, kann der Garantieanspruch verloren gehen.

Dieses Risiko kann zwar durch das Förderprogramm ausgeglichen werden, aber eine vorherige Klärung über eine Ölfreigabe ist ratsam. Wird der Bioöleinsatz z.B. wegen Problemen mit Schläuchen und Dichtungen abgebrochen, können Förderung und Garantie entfallen oder ein Teil der Förderprämie zurückgefordert werden. Das Förder-Programm an sich ist durchaus positiv zu bewerten.

Vor der Teilnahme sollten Sie aber Folgendes beachten:

  • Vergessen Sie bitte nicht, dass es sich bei dem Fördervorhaben um einen Versuch handelt, bei dem Sie die umfangreichen Bedingungen präzise erfüllen müssen.
  • Holen Sie vom Maschinen-Hersteller eine namentliche Freigabe für den Einsatz des ausgewählten Bio-Öls ein.
  • Achten Sie auf reelle Konditionen beim Einkauf des Öls.
  • Kontrollieren Sie die Umölung (max. 2 % Restmineralölgehalt!) und den Wassergehalt (< 800 ppm bzw. < 0.08 %) durch regelmäßige OELCHECK Ölanalysen.
Quelle:

ÖlChecker Frühjahr 2001, Seite 4