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Furanbestimmung

Der direkte Kontakt zwischen den Kupferdrähten eines Transformators, der zu dessen Zerstörung führen würde, wird durch Isolierpapier verhindert. Um beurteilen zu können, wie lange der Transformator noch funktioniert, kann bei geöffnetem Gerät Papier entnommen und analysiert werden. Mit der Bestimmung von Furanen im gebrauchten Trafoöl geht dies wesentlich einfacher und kostengünstiger.

Beim Abbau der Zellulose entstehen im Isolieröl u.a. durch hohe Temperaturen öllösliche Zersetzungsprodukte, welche mittels Chromatographie ermittelt werden können. Da sich diese Substanzen nicht zersetzungsfrei in die Gasphase überführen lassen, ist ein Gaschromatograph, wie er für die Gas-in-Öl-Analyse verwendet wird, für die Bestimmung der Papieralterung ungeeignet. Im OELCHECK-Labor haben wir daher ein HPLC-Gerät installiert. Der Perkin Elmer Flexar Pump beruht auf dem Verfahren der Hochleistungs-Flüssigkeitschromatographie (High-Performance Liquid Chromatography HPLC). Er ermittelt gemäß DIN 61198 in einer Probe von 10 ml die im Öl gelösten Furanderivate, die aus der Papierisolierung stammen können. Dabei unterscheidet er zwischen: 5-Hydroxymethyl- 2-Furfurol (5HMF), 2-Furfurylalkohol (2FOL), 2-Furfurol (2FAL), 2-Acetylfuran (2ACF) und 5-Methyl-2-Furfurol (5MEF).

Je nach der in mg/kg (ppm) angegeben Intensität der einzelnen Derivate können Rückschlüsse auf den Zustand der Papierisolierung gezogen werden. Eine Inspektion des Transformatorinneren erfolgt erst, wenn erhöhte Furanwerte Handlungsbedarf signalisieren.

Die Furanbestimmung steht als Sonderuntersuchung zur Verfügung und kann zu den  Isolierölsets 2-5 zusätzlich beauftragt werden!


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Quelle:

OELCHECKER Frühjahr 2013, Seite 3