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Wie lässt sich E10 im Motorenöl nachweisen?

Seit seiner Markteinführung sorgt der neue Otto-Kraftstoff E10, ein Superbenzin mit 10% Ethanol-Gehalt, für eine breite öffentliche Diskussion. Dabei steht vor allem dessen risikolose Eignung für Motoren von bestimmten Fahrzeugtypen im Fokus. Insbesondere kann es bei den niedrigen Motorentemperaturen im Kurzstreckenverkehr zu einem verstärkten Eintrag von E10 in das Motorenöl kommen. Öl und Ethanol vertragen oder mischen sich aber nicht. Zu viel Ethanol im Motorenöl könnte ähnlichen Motorenverschleiß wie zu viel Kühlwasser bewirken. Gleichzeitig wird das Motorenöl „dünner“. Aufgrund der bisher nur kurzen Verfügbarkeit des neuen Kraftstoffes gibt es allerdings noch kaum Daten aus dem praktischen Betrieb, die diese Befürchtungen bestätigen.

Im OELCHECK-Labor steht eine speziell angepasste Untersuchungsmethode zur Verfügung, mit der der Anteil des ethanolhaltigen E10 im Motorenöl angegeben werden kann. Da Ethanol im Gegensatz zu konventionellen Kraftstoffen einen erheblichen Anteil an Sauerstoff enthält, funktioniert die GC-Methode (siehe ÖlChecker Winter 2005) mit einer chromatographischen Trennung von Öl und Kraftstoff, die zur Zeit zur Bestimmung von Benzin- und Dieselanteilen im Motorenöl angewandt wird, bei E10 nicht. Bei der Bestimmung des Gehaltes von E10 im Motorenöl wird der Ethanolanteil mit einem Headspace-Gaschromatographen ermittelt. Mit dem gleichen Gerät und einem ähnlichen Verfahren wird auch der im ÖlChecker Winter 2010 ausführlich vorgestellte Glykolgehalt (Frostschutz) gemessen. Bei unserer speziell für den Nachweis von Ethanol angepassten Untersuchungsmethode wird die Ölprobe in einem hermetisch verschlossenen Gefäß erhitzt. Dabei dampfen Ethanol und Benzin aus der Ölprobe aus. Erst dieser Dampf wird in den Gaschromatographen injiziert. Nach der Auftrennung aller im Dampf enthaltenen Komponenten mittels einer GC-Säule wird der Ethanolanteil in % angegeben. Der Benzinanteil wird nach wie vor mittels der im Analysenset 2 enthaltenen konventionellen GC-Methode angegeben.

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Quelle:

ÖlChecker Frühjahr 2011, Seite 3