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Wie lässt sich E10 im Motorenöl nachweisen?

Seit seiner Markteinführung sorgt der Otto-Kraftstoff E10, ein Superbenzin mit 10% Ethanol-Gehalt, für eine breite öffentliche Diskussion.  Der E10 Kraftstoff ist mittlerweile (Stand 2021) seit zehn Jahren im Markt verfügbar. Obwohl moderne Fahrzeuge grundsätzlich für den Betrieb mit diesem Kraftstoff freigegeben sind und es auch keinerlei Hinweise auf generelle Probleme mit dem Kraftstoff gibt herrscht eine große Skepsis ggü. E10 beim Verbraucher. Dabei steht vor allem dessen risikolose Eignung für Motoren von bestimmten Fahrzeugtypen im Fokus. Ältere Fahrzeuge, Youngtimer und Oldtimer sind oftmals nicht für die Verwendung des Kraftstoffs geeignet. Insbesondere Dichtungen sind nicht beständig ggü. dem Ethanolanteil im Kraftstoff.

 

Grundsätzlich sind Fahrzeuge im Kurzstreckenbetrieb anfälliger für schädliche Einflüsse. Die Neigung zur Kondensation von Kraftstoffbestandteilen an kalten Zylinderwänden ist zum einen deutlich ausgeprägter, zum anderen findet in der Kaltstartphase ein anfetten des Gemischs statt um den Motor zuverlässig Am Laufen zu halten. Des Weiteren erreicht das Motoröl im Kurzstreckenbetrieb nicht die betriebstempoeratur. Somit können Kraftstoffbnestandteile nicht aus dem Öl „getrieben“ werden. Dies führt zum Absinken der Viskositäöt des Motoröls. Beim E10 kommt noch erschwerden hinzu:  Öl und Ethanol vertragen oder mischen sich aber nicht. Zu viel Ethanol im Motorenöl kann ähnlichen Motorenverschleiß wie zu viel Glykol aus dem Kühlmittel bewirken.

Im OELCHECK-Labor steht eine speziell angepasste Untersuchungsmethode zur Verfügung, mit der der Anteil der Ethanolkomponente im Motorenöl angegeben werden kann. Da Ethanol im Gegensatz zu konventionellen Kraftstoffen einen erheblichen Anteil an Sauerstoff enthält, funktioniert die GC-Methode (siehe ÖlChecker Winter 2005) mit einer chromatographischen Trennung von Öl und Kraftstoff, die zurzeit zur Bestimmung von Benzin- und Dieselanteilen im Motorenöl angewandt wird, bei E10 nicht. Bei der Bestimmung des Gehaltes von E10 im Motorenöl wird der Ethanolanteil mit einem Headspace-Gaschromatographen ermittelt. Mit dem gleichen Gerät und einem ähnlichen Verfahren wird auch der im ÖlChecker Winter 2010 ausführlich vorgestellte Glykolgehalt (Frostschutz) gemessen. Bei unserer speziell für den Nachweis von Ethanol angepassten Untersuchungsmethode wird die Ölprobe in einem hermetisch verschlossenen Gefäß erhitzt. Dabei dampfen Ethanol und Benzin aus der Ölprobe aus. Erst dieser Dampf wird in den Gaschromatographen injiziert. Nach der Auftrennung aller im Dampf enthaltenen Komponenten mittels einer GC-Säule wird der Ethanolanteil in % angegeben. Der Benzinanteil wird nach wie vor mittels der im Analysenset 2 enthaltenen konventionellen GC-Methode angegeben.

 

Quelle:

ÖlChecker Frühjahr 2011, Seite 3