Grenzwerte bei OELCHECK

Erscheinungsjahr: 2023

Bei der Beurteilung von Schmier- und Betriebsstoffanalysen nutzt OELCHECK Grenzwerte. 
Woher stammen diese Werte überhaupt? Und wie wenden Sie diese bei der täglichen Untersuchung von bis zu 2.000 Proben an?

Bei der Untersuchung von Schmier- und Betriebsstoffproben ermitteln wir üblicherweise 35 bis 50 unterschiedliche Einzelwerte. Doch Zahlen allein bringen uns bei der Beurteilung der Proben nicht weiter. Auch der erfahrenste Tribologe benötigt Limit- bzw. Grenzwerte, um die Ergebnisse einer Analyse evaluieren und Empfehlungen aussprechen zu können. In der großen OELCHECK Datenbank sind daher mehr als 200.000 maschinenspezifische Grenzwerttabellen hinterlegt. Diese werden ständig mehr, denn sobald z.B. eine Probe für eine neue geschmierte Maschinen-Komponente oder ein neuer Schmierstoff in unserem Labor ankommt, legen wir einen weiteren Datenstamm an. Sämtliche Informationen werden übrigens digital in der großen OELCHECK Datenbank erfasst und mit Hilfe unternehmenseigener Software-Programme aufbereitet. Denn das Eintragen, Anpassen und letztlich die Verwendung der Grenzwerte bei der Bewertung der Proben muss übersichtlich und schnell möglich sein.  

OELCHECK nutzt maßgeschneiderte Grenzwerte

Eine Vielzahl von Grenzwerten wird bei der Beurteilung der unterschiedlichsten Parameter in einem Laborbericht benötigt. Ob es sich um Verunreinigungen, wie durch Wasser oder Staub, um den Gehalt an Verschleißmetallen, den allgemeinen Ölzustand wie Viskosität oder Oxidation handelt, ohne Grenzwerte geht es nicht.

Bereits vorhandene Grenzwerte können unterschiedlichen Ursprungs sein, u.a. von:

  • Normungsgremien, wie der DIN oder ASTM (American Society for Testing Material)
  • den OEM von Maschinen und Komponenten
  • oder auch von den Herstellern von Schmier- und Betriebsstoffen.

Allerdings sind diese Werte in der Regel nach allgemeinen Kriterien definiert oder sie berücksichtigen nur einen Teil der bei einer Schmierstoffprobe analysierten Werte. Dabei führt jedoch nur eine ganzheitliche und individuelle Betrachtung jedes einzelnen Falls zu einer treffsicheren Diagnose.

OELCHECK nutzt daher unternehmenseigene, maschinenspezifische Grenzwerttabellen. Diese beziehen zwar die Vorgaben der OEM sowie anderer Quellen mit ein, doch sie berücksichtigen zusätzlich die Ergebnisse von über fünf Millionen Schmier- und Betriebsstoffproben, die wir in unserem Labor bisher untersucht haben. Hinzu kommen unser Know-how und die umfangreichen Erfahrungswerte, über die wir dank des intensiven Austauschs mit unzähligen Kunden verfügen. Üblicherweise werden also die Grenzwerte aufgrund unserer Datenbasis und unserer Erfahrung definiert, oder aber zusätzlich mithilfe des Inputs unserer Kunden und den Rückmeldungen aus dem Feld.

Unsere maßgeschneiderten Grenzwerte verallgemeinern nicht, sondern:

  • berücksichtigen die jeweiligen Anwendungen und ihre unterschiedlichsten Anforderungen
  • beziehen das individuelle Belastungsniveau der Komponenten mit ein
  • beachten die Umgebungsbedingungen mit ihren vielfältigen Ausprägungen
  • ziehen außerdem die unterschiedlichen Anforderungen bzw. Fragestellungen der Kunden bei der Auswertung der Analysen mit ins Kalkül.

Allerdings kann die Beurteilung einer Probe allein auf der Basis von Grenzwerten auch in die Irre führen! Daher veröffentlichen wir auch keine Grenzwerte in unseren Laborberichten. Die Betrachtung einzelner Werte reicht einfach nicht aus, diese müssen immer im Zusammenhang gesehen werden. Dazu gehört auch, Informationen, wie die Füllmenge und Einsatzdauer eines Schmier- oder Betriebsstoffs sowie dessen Entwicklung im Trend zu berücksichtigen. Die Erstellung einer Diagnose ist daher oftmals vielschichtig und komplex, weshalb sie grundsätzlich nur einem erfahrenen Tribologen überlassen werden sollte. 

 

Grenzwerte im Einsatz bei OELCHECK

Startet ein OELCHECK Tribologe mit der Beurteilung einer Analyse, spielt ihm die unternehmenseigene Auswerte-Software alle dazu vorhandenen Informationen zu. Diese umfassen: die aktuellen Analysewerte sowie etwaige frühere Trendproben, die entsprechenden Grenzwerte, die Referenzwerte des frischen Produkts, diverse Diagramme, wie das FTIR-Spektrum, Fotos des Probengefäßes, sämtliche vorliegenden Angaben zur Komponente bzw. Maschine und zum Schmier- oder Betriebsstoff. 

Die Grenzwerte unterstützen den Tribologen bei seiner ersten Orientierung. Werden Grenzwerte unter- oder überschritten, erfolgt ein entsprechender Kommentar des Tribologen. Es reicht allerdings nicht, die betroffenen Parameter einzeln zu bewerten, sondern dies sollte immer im Kontext mit den übrigen Analysenwerten geschehen, um so auch die Ursache oder weitere Auswirkungen nennen zu können. 

Ein zu hoher Wassergehalt beispielsweise ist zwar bereits eine wertvolle Information für den Kunden. Doch oft kann zudem aus anderen Analysenwerten gefolgert werden, ob es sich eher um Kondensat oder doch um einen Wassereintrag durch eine Leckage des Kühlkreislaufes handelt. Somit kann dem Kunden eine entsprechende Handlungsempfehlung gegeben werden. 

Oder das Beispiel Viskosität: Bei einem Motorenöl kann der Tribologe dank seines Know-hows und der Datenlage beurteilen, ob eine angestiegene Viskosität durch Öloxidation, Nitration, Rußeintrag oder doch durch einen Kühlwassereinbruch verursacht wurde. Wenn es z.B. um die Werte von Verschleißelementen geht, sind zusätzliche Trendverläufe oft sehr hilfreich. Wie haben sich die Werte über die Zeit entwickelt? Gibt es aktuell alarmierende Ausreißer? 

So unterstützen Sie uns ...

Letztendlich muss immer der Tribologe entscheiden, ob eine Situation kritisch ist und was er dem Kunden empfiehlt.

Allerdings sind wir auch im Zeitalter der Digitalisierung auf die Vollständigkeit und Qualität der mit einer Analyse mitgelieferten Informationen angewiesen. Zwar können Proben auch bei wenigen Informationen in vielen Punkten bewertet werden. Aber es gilt das Prinzip, wie auch bei einem Arztbesuch: Je mehr Informationen für die Untersuchung geliefert werden, um so präziser kann auf die Analysedaten eingegangen werden. Und hier stehen unsere Kunden in der Pflicht. Füllen Sie daher bitte in Ihrem eigenen Interesse unsere Probenbegleitscheine sorgfältig aus. Am schnellsten und bequemsten erfolgen das Ausfüllen und der Übertrag der Probenbegleitscheine elektronisch über die OELCHECK APP 4.0 mit oder ohne Nutzung von QR-Codes, über das OELCHECK Kundenportal oder über einen Datenimport mittels API-Schnittstelle. Die Eckdaten über den Schmierstoff und die Maschine werden beim elektronischen Datenübertrag jeweils einmal hinterlegt und sind dann immer verfügbar. Sie ergänzen lediglich die variablen Daten der aktuellen Ölprobe (z.B. Ölstandzeit) und teilen uns gerne etwaige Auffälligkeiten mit.