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Schmierstoffe in der Lebensmittelindustrie

Überall dort, wo es zu einem gelegentlichen oder gar zu einem technisch unvermeidbaren Kontakt des Schmierstoffes mit Lebensmittelprodukten kommen kann, sollen ausschließlich Schmierstoffe zum Einsatz kommen, die in einer von der NSF herausgegebenen Liste unter der Rubrik H1 namentlich aufgeführt sind. Die NSF (National Sanitation Foundation) ist eine unabhängige Organisation, die sich seit 1944 in den USA mit der Zertifizierung von Produkten, der Verfassung von Normen und der Durchführung von Prüfungen zum Schutz von Nahrungsmitteln, Wasser und Verbrauchsgütern befasst.

Allerdings ist die Verwendung eines NSF-H1 Lebensmittelschmierstoffes kein Freibrief. Ein Lebensmittel, das mit Schmierstoff kontaminiert oder verunreinigt ist, darf auch dann nicht in den Handel gebracht werden, wenn dieser Schmierstoff eine H-1 Zulassung hat.

Der Einsatz von Schmierstoffen mit NSF-H1 Zertifizierung gehört in der Lebensmittelindustie schon lange zum Pflichtprogramm. Seit neuestem wird ihre Verwendung durch eine EG-Richtlinie auch bei der Produktion von Futtermitteln gefordert. Doch obwohl solche Öle und Fette nicht die üblichen metallorganischen EP-Additive z.B. auf Zink- oder Molybdänbasis enthalten dürfen, haben sie im Bereich der Lebensmittelproduktion oft mehr zu leisten als Schmierstoffe in anderen Bereichen der Industrie. Denn Wasser, Dampf und Reinigungsmittel machen ihnen überall zu schaffen. In der Fleischverarbeitung müssen sie resistent gegen tierische Fette, Blut und Salze sein. In der Getränkeindustrie oder bei der Herstellung von Obstkonserven greifen Fruchtsäuren an. Mehlstaub oder Zucker beeinträchtigen sie in der Backindustrie. Hinzu kommen oft extrem hohe Temperaturen, wie z.B. beim Konservieren oder auch extreme Kälte wie bei der Herstellung von Tiefkühlprodukten.

Die Formulierung der lebensmitteltauglichen Spezialschmierstoffe ist deshalb relativ komplex. Da sie nur aus den von der FDA (Food and Drug Administration) bzw. der NSF als unbedenklich gelisteten Komponenten hergestellt werden dürfen, können sie technisch gelegentlich an ihre Grenzen stoßen. Daher gilt noch mehr als beim Einsatz von konventionellen Schmierstoffen: Für die Formulierung und Auswahl des optimalen Schmierstoffs ist ein umfassendes Fachwissen und ein reicher Schatz an praktischen Erfahrungen unerlässlich.

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