Low-SAPS und low-ash

Viele Hersteller von Motorenölen werben für ihre neuesten Öle mit der Bezeichnung Low-SAPS oder low-ash. Was steckt eigentlich hinter diesem Begriff?

OELCHECK antwortet:

Die Abkürzung SAPS steht für die Anfangsbuchstaben der englischen Begriffe Sulphated Ash, Phosphorus, Sulphur. Ein Low-SAPS Motorenöl ist also ein Öl mit sehr niedrigen Anteilen an Sulfat­asche, Phosphor und Schwefel. Wegen der niedrigen Neigung zur Aschebildung werden solche Öle auch als low-ash Öle bezeichnet. Die Anforderung, weniger aschebildende Additive für die Formulierung eines modernen Motorenöles zu verwenden, hört sich zwar einfach an, doch die Entwicklung eines solchen Motorenöls ist eine echte Herausforderung für jeden Schmierstoff-Hersteller.

Anforderungen für Low-SAPS Schmierstoffe gibt es erst seit wenigen Jahren. Die Einhaltung strengerer Emissionsnormen konnte nur durch Einbau von Katalysatoren oder Partikelfiltern realisiert werden. Diese Komponenten setzen für eine störungsfreie Funktion neuartige Motorenöle voraus, die eine geringe Neigung zur Bildung von Ascheablagerungen haben und die weniger schwefel- und phosphorhaltige Additive enthalten. Bilden sich beim Veraschen des Motorenöles (Labor­test erfolgt bei 800°C) zu viele Rückstände, verstopfen die feinen Poren der Dieselpartikel­filter oder die Lamellen der Kats schnell und ihre Lebensdauer nimmt drastisch ab. Phosphor und Schwefel sind ausgesprochene Katalysatorgifte. Sie neutralisieren die Oberflächen und verhindern die Funktion der Abgasentgiftung in allen Katalysatortypen von Diesel-, Benzin- und Gasmotoren.

Konventionelle Hochleistungs-Motorenöle enthalten, wie die Ölanalysen zeigen, eine hohe Konzentration metallorganischer Wirkstoffe. Lange Zeit galt: Je mehr Kalzium, Magnesium, Bor, Zink und natürlich auch Phosphor und Schwefel im Öl sind, desto höher ist die alkalische Reserve (BN) und desto besser ist das Öl. Schließlich sind es Additive, die für einen hohen Verschleißschutz und eine gute Motorensauberkeit sorgen. Wegen der Abgas-Nachbehandlung wurde der Additivanteil deutlich reduziert. Das war möglich durch Verwendung von schwefelarmem Kraftstoff, aber auch durch moderne Öl- und Motorentechnologie. So wurden Emissionen von Schadstoffen ganz entscheidend reduziert. Doch um gleichzeitig die ständig steigenden Anforderungen an längere Ölwechselfristen, weniger Reibung und guten Verschleißschutz zu gewährleisten, mussten vollkommen neue Additivpakete entwickelt werden.

Der Trend geht zwangsläufig immer mehr zu den aschearmen Low-SAPS-Ölen. Dies schlägt sich auch in den ACEA-Spezifikationen (Association des Constructeurs Européens d‘Automobiles) und in den individuellen Freigaben der Fahrzeughersteller nieder. ACEA E6 Motorenöle für Nutzfahrzeuge dürfen maximal einen Ascheanteil von 1.0 % haben. Seit 2004 berücksichtigen die ACEA C1 bis C4 dies auch für Personenkraftwagen. Sie alle schreiben deutlich reduzierte Anteile an aschebildenden Stoffen im Motorenöl vor als Vorrausetzung dafür, dass Katalysator und Partikelfilter länger funktionsfähig bleiben.
 

FAZIT: 

Der Einsatz von Low-SAPS-Motorenölen ist gerade bei modernen Fahrzeugen ein Muss. Bei der Auswahl des passenden Motorenöls sollten Sie aber immer die Spezifikationen oder namentliche Freigaben des Motorenherstellers im Betriebshandbuch beachten. Die modernen Öle funktionieren nur mit den in der EU-spezifizierten Kraftstoffen, die auf die neuen Motoren mit ihren Abgasnachbehandlungssystemen im Zusammenspiel mit Low-SAPS Ölen ausgelegt sind.

Nachträgliche Zugabe von Additiven ist grundsätzlich untersagt, weil solche Additive immer den Ascheanteil vergrößern. Die Ölanalyse kann zeigen, ob es sich um ein unvermischtes Low-SAPS-Öl handelt.