Viskositäts-Temperatur-Profil (VTP)

Für eine Gleitlager- oder Getriebeauslegung ist die Angabe der Viskosität bei 40° C und 100° C bzw. das Berechnen von Viskositäten bei anderen Temperaturen auf der Basis des Viskositäsindex (VI) meist nicht aussagekräftig genug.

Oft werden Anlagen bei stark unterschiedlichen klimatischen Bedingungen oder bei verschiedenen Temperaturen betrieben. Beim Kaltstart ist das Öl dickflüssig. Später, beim Erreichen der Betriebstemperatur ist es dünnflüssig. Zur Auslegung von Lagern, Schmierbohrungen, Pumpendrücken, Zahnbreiten etc. braucht ein Konstrukteur dann die tatsächliche, dynamische Viskosität bei genau diesen Grenztemperaturen. Häufig sind die anhand der Berechnungsverfahren auf der Basis der Waltherschen Geraden ermittelten Näherungswerte zu ungenau.

Zur Erstellung des Viskositäts-Temperatur-Profils werden Messungen im Abstand von 10° C im Temperaturbereich von -30° C bis +110° C durchgeführt. Die Messwerte stehen sowohl in tabellarischer als auch graphischer Form sowohl auf dem OELCHECK-Laborbericht als auch unter https://lab.report zur Verfügung.

 https://de.oelcheck.com/fileadmin/user_upload/img/wiki-pics/rheometer.png

Die Bestimmung des Viskositäts-Temperatur-Profils

Bei dem OELCHECK eingesetzten Anton-Paar-Rheometer wird eine kleine Schmierstoffmenge (2 ml) in einen genau definierten und temperierten Messspalt zwischen Rotor und Stator eingebracht. Der Rotor wird durch einen luftgelagerten Motor angetrieben. Die in dem Messspalt befindliche Ölprobe setzt dieser Drehbewegung einen Widerstand entgegen. Dieser Widerstand ist proportional zur Viskosität, wird über die daraus resultierende Kraftwirkung erfasst und in die dynamische Viskosität umgerechnet.

„Viskosität“ auch für Schmierfette!

Mit der gleichen Prüfgeometrie lässt sich auch die „scheinbare“ dynamische Viskosität (auch Scherviskosität genannt) von Schmierfetten bestimmen. Diese ist bei der Fettauswahl in Bezug auf die Steifheit des Fettes und für die Berechnung des Anfahrmomentes und des Wirkungsgrades eines Lagers wichtig. Je höher die scheinbare Viskosität, desto mehr Energie geht beim Bewegen eines Lagers verloren und desto höher wird die durch diese Reibungsenergie erzeugte Erwärmung der Lagerstelle. Auch ob ein Gebrauchtfett z.B. durch Ausbluten und Ölverluste trockener und dadurch steifer geworden ist, lässt sich mit Hilfe des Rheometers einfach und schnell beurteilen.

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