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Bio-Öle & Trendanalysen

Zum Schutz der Umwelt werden in Wasserschutzgebieten häufig sog. Bio-Öle eingesetzt. Besonders der Anteil von synthetischen Hydraulikölen, die biologisch schneller abbaubar sind als vergleichbare Mineralöle, nimmt ständig zu. Ihre technische Leistungsfähigkeit ist in den letzten Jahren konsequent verbessert worden. Die Ölstandzeiten sind mittlerweile denen herkömmlicher Mineralöle überlegen. Trotzdem müssen „Bio-Öle“ und die mit ihnen betriebenen Aggregate sorgfältiger kontrolliert werden. Viele Maschinenhersteller und -betreiber dokumentieren vor allem bei „Bio-Ölen“ den Zustand von Öl und Maschine mit Trendanalysen.

Keine andere Kontrollmaßnahme ist so einfach und preiswert wie die Ölanalysen. Trendanalysen liefern zuverlässige Informationen über die Weiterverwendbarkeit des Öls, den Zustand der Maschinen und weisen rechtzeitig auf drohenden Verschleiß oder verschlechterte Abbaubarkeit hin. Die Maschinen- und Ölhersteller testen in der Regel ausschließlich Frischöle, bevor sie offiziell zum Gebrauch freigegeben werden. Solche Frischöle sind jedoch absolut mineralölfrei und nicht verunreinigt. Ihr Wassergehalt liegt unterhalb der Praxiswerte.

 

Dieser Idealzustand wird im Einsatz jedoch kaum erreicht. Dies hat u.a. folgende Ursachen:

  • Viele Geräte waren ursprünglich mit Mineralöl befüllt, wurden nicht ausreichend gespült und enthalten Restmengen davon.
  • Oft sind auch Neugeräte, die im Werk mit Bio-Öl befüllt wurden, nicht vollkommen frei von Mineralöl, denn Hydraulik-Komponenten werden mit Mineralöl getestet.
  • Durch Anbaugeräte, die von Anlagen kommen, in denen Mineralöl eingesetzt ist, oder durch Wartungsfehler werden die Bio-Öle unter Umständen mit Mineralölen vermischt.
  • Vor allem bei stark schwankenden Betriebstemperaturen steigt der Wassergehalt wegen Kondensabbildung.
  • Staub und andere Verunreinigungen dringen von Außen in das Betriebssystem ein.

 

 

Auch für „Bio-Öl“ gilt: Der größte Feind von Hydrauliksystemen sind Verunreinigungen. Umfassende Schadensstatistiken der ALLIANZ belegen, dass etwa 80% aller Hydraulikausfälle durch Verunreinigungen verursacht werden.

Feste Verunreinigungen, wie vor allem Staub aus der Umgebung, gelangen durch die Entlüftung der Einfüllöffnung in das System und verursachen abrasiven Verschleiß. Verschleißpartikel und gealterte Ölmoleküle sind ebenfalls typische Vertreter der festen Verunreinigungen. Sie können Filter verstopfen und die Ventile blockieren.
An flüssigen Verunreinigungen treten vor allem Wasser und Mineralöl auf. Häufig verursachen sie korrosiven Verschleiß. Ein erhöhter Wassergehalt von über 0,1 % kann durch Hydrolyse (Spaltung des Esteröls) zur Bildung freier Säuren führen. Diese greifen vor allem Buntmetalle an. Doch auch Schläuche, Dichtungen und Farbanstriche sind nicht vor ihnen sicher.
Ist eine zu große Menge von Mineralöl im „Bio-Öl“ enthalten, kann dadurch ein starkes Schäumen oder ein hoher Anteil von gelöster Luft im Öl verursacht werden. Diese gelöste Luft ist oft die Ursache für Kavitation. Starke Pumpgeräusche sind in der Regel ein typisches Anzeichen dafür, dass ein kavitationsbedingter Totalausfall der Pumpe nicht mehr fern ist.

Doch soweit muss es gar nicht erst kommen. Bevor es zu spät ist, können Verunreinigungen mit Schmierstoff-Analysen frühzeitig entdeckt werden. Daher schreiben viele Maschinenhersteller besonders beim Einsatz von „Bio-Ölen“ regelmäßige Schmierstoff-Analysen vor. Sie lassen sich schnell und problemlos durchführen. Ihre geringen Kosten machen sich innerhalb kürzester Zeit bezahlt. Das Prinzip dieser Schmierstoff-Analysen ist leicht verständlich. Regelmäßige Analysen, bei Baumaschinen alle 500 Bh, zeigen einen Trendverlauf. Dabei ist ein leicht erhöhter Einlaufverschleiß zu Beginn der Lebensdauer eines Bauteils normal. Diese Verschleißrate sinkt unmittelbar, nachdem sich die Maschinenelemente „eingearbeitet“ haben und die Rauhheitsspitzen der Oberflächen eingeglättet sind.
Von diesem Zeitpunkt der Nutzungsdauer an weist die Verschleißkurve in der Regel einen typisch gleichförmigen Verlauf auf. Bei Erreichen der tatsächlichen Lebensdauergrenze geht dieser Verlauf wieder in einen starken Anstieg der Verschleißrate über. Die Kurve steigt steil nach oben an.
Ein untypisches Ansteigen der Verschleißmetalle während der normalen Lebensdauer weist unmittelbar auf eine Unregelmäßigkeit und damit auf einen drohenden Schaden hin. Solche anomalen Werte für Verschleiß, Wasser, Staub und Mineralölanteil spüren die Trendanalysen auf. Sie warnen frühzeitig vor dem Eintritt eines Schadens. Werden daraufhin die von OELCHECK empfohlenen Ölpflege- oder Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt, lassen sich kostenintensive Reparaturen in der Regel vermeiden.

Durch den Einsatz von Trendanalysen verringern sich nicht nur die Kosten für die Instandhaltung. Einer der führenden Sachversicherer Deutschlands bietet reduzierte Prämien für die Versicherung der Maschinen an, wenn beim Einsatz von „Bio-Ölen“ regelmäßige Schmierstoff-Analysen durchgeführt werden. Da freut sich der Geldbeutel gleich doppelt.