ISO-Reinheitsklasse von Getriebeölen

Bei der Partikelzählung zeigt das neu eingefüllte Getriebeöl nach dem Wechsel eine fast identische Reinheitsklasse nach ISO wie das vorher verwendete Gebrauchtöl. 

Müsste das neue Öl nicht wesentlich sauberer sein?

Bei einem Ölwechsel wird das oft recht zähflüssige Gebrauchtöl durch die an der tiefsten Stelle liegende Ölablassschraube abgelassen. Mit dem betriebswarmen Öl werden auf diese Weise auch abgelagerte Verschleißmetalle und Verunreinigungen entfernt. Je nach Viskosität und Temperatur des Öls verbleiben jedoch oft 5 bis 10 %, bei Schnecken- und Planetengetrieben oft mehr, vom alten Öl im Getriebe zurück. Besonders bei kaltem Öl bleiben Ölschlamm und Verunreinigungen in der Ölwanne abgelagert. Wenn das Getriebe dann mit dem neuen Öl befüllt wird, geraten die Rückstände bis zu einer Größe von ca. 40 μm in Lösung. Gleichzeitig werden sie nach dem Start aufgewirbelt. Eine kurz nach dem Ölwechsel durchgeführte Analyse zeigt dann immer noch eine unzulässig hohe Reinheitsklasse. Der Ölwechsel hat damit eigentlich seinen Zweck verfehlt.

OELCHECK rät:

  • Lassen Sie das Öl innerhalb von 15 Minuten nach dem Stillstand des Getriebes ab.
  • Spülen Sie kurz das Getriebe am besten mit einem dünneren Öl des gleichen Öltyps.
  • Befüllen Sie das Getriebe nur über Filter mit einer Porenweite von 20 μm oder feiner.
  • Statt das Öl in gleichmäßigen Intervallen zu wechseln sollten Sie das Öl z.B. mit einem mobilen Nebenstromfilter während des Betriebes auf der Grundlage von Ölanalysen reinigen.
  • Führen Sie regelmäßig Öluntersuchungen durch. So können Sie feststellen, ob ein Ölwechsel tatsächlich fällig ist.
  • Rüsten Sie bei einer Ölfüllung von mehr als 200 l Ihr Getriebe mit einer Filteranlage aus.


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