Europe

China

Entsorgung und Auswahl von biologisch schnell abbaubaren Hydraulikölen

Über 20 % der Schmierstoffe werden nicht recycelt. Durch Leckagen verschwinden sie im Boden oder im Wasser, sie benetzen Bauteile oder verbleiben in nicht mehr benötigten Maschinen. Manchmal ist auch mangelnde Aufklärung Grund für eine falsche Entsorgung. Denn der durch das Wort „Bioöl“, unterstützt durch den aufgedruckten „blauen Engel“ oder die „Euro-Margerite“ suggerierte Eindruck täuscht gewaltig. Auch ein so bezeichnetes Öl darf nicht in die Umwelt gelangen. Verbraucher sind häufig der Ansicht, dass sie bei einem Schaden, bei dem eine größere Mengen Hydrauliköl in die Umwelt (Boden, Wasser) gelangt, nichts unternehmen müssen, wenn sie biologisch schnell abbaubares Hydrauliköl im Einsatz haben. Auch der Einsatz von solchen synthetischen Flüssigkeiten befreit nicht von der Mitteilungspflicht einer Kontamination der Umwelt, der Entfernung des Öls aus dem Gewässer bzw. des kontaminierten Erdreiches. Und erst recht nicht dürfen Hydrauliköle, auch nicht die „Bioöle“, bei einem Ölwechsel einfach in den Boden abgelassen werden.

Die Entsorgung von Schmierstoffen ist im Altölgesetz geregelt. Dabei machen auch die Bioöle keine Ausnahme. Sie werden so behandelt wie entsprechende Syntheseöle oder wie Mineralöle. Bei Arbeiten in umweltsensiblen Bereichen sollten vorzugsweise biologisch schnell abbaubare/umwelt verträgliche Öle eingesetzt werden. Die Lagerung von Betriebsstoffen wird mit Hilfe der Einteilung in Wassergefährdungsklassen geregelt. Die Wassergefährdungsklasse WGK1 ist den biologisch schnell abbaubaren/umweltverträglichen Ölen in der Regel zuzuordnen.

Prüfverfahren, mit denen beurteilt werden kann, was ein „Bioöl“ ist, gibt es viele, nicht nur länderspezifisch! Doch nicht alles, was getestet wird, ist wirklich aussagekräftig. Für Hydrauliköle kann im Allgemeinen die von einem internationalen Normengremium verabschiedete ISO 15380 für umweltverträgliche Druckfl üssigkeiten herangezogen werden. In den dieser Norm zugrunde liegenden Tests nach ISO 9439 oder ISO 14593 wird die Abbaubarkeit des Öls, so wie es im Fass oder in der Maschine ist, getestet. Ob das „fertige“ Öl auch den OECD-301x-Test besteht, wird aber nicht getestet. Bioöle auf der Basis von Polyalfaolefi nen (PAO), die nach der ISO 15380 dem Typ HEPR zuzurechnen sind, enthalten als Hauptkomponenten synthetische Kohlenwasserstoffe.

Die vermarkteten, umweltverträglichen HEPR-Öle können auch schnell biologisch abbaubar sein. Sie können auch als fertig formuliertes Stoffgemisch die Forderungen gemäß CEC-L-33-A-93 für schnelle biologische Abbaubarkeit erfüllen. In vielen Datenblättern ist die schnelle biologische Abbaubarkeit von Hydraulikölen und anderen Schmierstoffen gemäß CEC-L-33-A-93 ausgewiesen. Das Bestehen der ISO 9439 oder ISO 14593-Teste für eine umweltverträgliche Druckfl üssigkeit ist also nicht zwingend notwendig, wenn das Öl nicht nach ISO 15380 ausgelobt wird. Der von Behörden im Rahmen von Ausschreibungen oft pauschal und ohne Normangabe geforderte Bioöleinsatz kann u.a. auch durch den CEC-Test erbracht werden.

Einige Eigenschaften, die vor allem für den Langzeiteinsatz von HEPR-Ölen sprechen, sind im ÖlChecker Frühjahr 2009 geschildert.

Der OELCHECK-Umwelttipp:

Wenn Sie also ein Hydrauliköl für den Einsatz in einem umweltsensiblen Bereich auswählen, gehen Sie bitte sorgfältig vor und prüfen genau die Angaben des Ölherstellers, die Anforderungen des Geräteherstellers und die Vorschriften der Behörden. Damit Sie im Falle eines Falles auf der sicheren Seite sind! Wenn Sie eine Anlage von Mineralöl auf ein biologisch schnell abbaubares Hydrauliköl umstellen, beachten Sie bitte unbedingt die Umölungsrichtlinien! Da die Ölmenge des Tankinhalts meist nur ca. 30% des gesamten Ölvolumens ausmacht, sind Spülprozeduren nötig. Der Mineralölgehalt muss nach dem Umölen unterhalb von 2% liegen und kann mit dem OELCHECK Bioset geprüft werden. Ein höherer Mineralölgehalt kann dazu führen, dass ein Bioöl seine schnelle biologische Abbaubarkeit verliert.