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Können sich durch die lange Lagerung der Ölproben Werte verändern?

Bei der letzten Inspektion unserer Getriebe vor etwa drei Monaten haben wir wie immer Ölproben entnommen. Nur haben wir leider vergessen, diese umgehend an OELCHECK zu versenden. Sind die Analysenergebnisse noch repräsentativ, wenn wir die Proben erst heute zur Analyse einschicken? Können sich durch die lange Lagerung der Ölproben Werte verändern, die aussagekräftige Informationen über den Zustand der Getriebe und Schmierstoffe liefern?

 

OELCHECK antwortet:

Grundsätzlich können wir auch Ölproben untersuchen, die bereits vor längerer Zeit entnommen wurden. Die lange Lagerung der Ölprobe an sich wirkt sich auf die Analysendaten nicht entscheidend aus. Allerdings spiegeln die Analysenwerte nur den Zustand wider, der zum Zeitpunkt der Probennahme herrschte. Ob diese „veralteten“ Informationen, die nur bedingt den realen Zustand des eingesetzten Schmierstoffs und des Getriebes beschreiben, noch wichtig sind, können nur Sie entscheiden. Das Öl und die von ihm versorgten Elemente unterliegen einer kontinuierlichen Veränderung. Eine Probe gibt nur Aufschluss über eine Momentaufnahme.

Zeitnahe Untersuchungen bringen repräsentative Ergebnisse

Verschleißmetalle, Verunreinigungen, Öladditive und Ölzustand verändern sich bei Lagerung im Original OELCHECK Probengefäß unter normaler Umgebungstemperatur nicht. Je mehr Zeit allerdings von der Probennahme bis zur Untersuchung vergeht, desto deutlicher kann der Zustand der Probe von dem des momentan im Einsatz befindlichen Schmierstoffs abweichen. Eine Probe sollte daher immer schnellstmöglich an unser Labor verschickt werden. Wurde ihr Versand aber vergessen, kann nur bei vorhandenen vorherigen Trendanalysen durch einen erfahrenen Tribologen abgeschätzt werden, welche Werte sich in der Zwischenzeit im laufenden Betrieb verändert haben.

Bei einem Getriebe mit Ölwechselintervallen von über 40.000 Bh und Ölproben im 6-Monate-Turnus kommt es auf einen Tag mehr oder weniger nicht an. Aber bei einem Biogasmotor, der rund um die Uhr läuft und bei dem Ölwechselintervalle von weniger als 600 Bh (25 Tage) realisiert werden müssen, kann eine vergessene Ölprobe schon der Ausgangspunkt für einen Motorschaden sein. Stellen Sie daher sicher, dass eine Probe nach spätestens einer Woche im OELCHECK Labor eintrifft. Wenn eine Probe mehrere Wochen oder gar Monate bei Ihnen herumliegt, raten wir von einer Untersuchung ab. Der Informationsgehalt im Bezug zum laufenden Betrieb ist dann nicht mehr aktuell.

Nur wenn eine Probe zeitnah untersucht wird, können Sie von den wertvollen Vorteilen unserer Schmierstoff-Analysen profitieren, Ölwechsel in Abhängigkeit des Zustands durchführen und etwaige drohende Schäden im Vorfeld entdecken.

 

Spezielle OELCHECK Probengefäße für alle Schmierstoffe

Damit Sie aussagekräftige Resultate auf der Basis der zugesandten Ölproben erhalten, sollten Sie für die Probenentnahme unsere Empfehlungen beachten. Wir halten sie unter „Probenentnahme/-versand“ auf www.oelcheck.de für Sie bereit. Bitte nutzen Sie unbedingt die vorbezahlten OELCHECK-Probengefäße, die speziell für Schmierstoffproben entwickelt wurden. Sie beinhalten, in Abhängigkeit der Deckelfarbe, den jeweiligen kompletten Untersuchungsumfang und eine aussagekräftige Diagnose.

Die leeren Behälter und ihre Deckel sind jeweils einzeln verpackt. Damit garantieren wir eine höchstmögliche Reinheit der Gefäße. Eine Verunreinigung der Proben z.B. mit Staubpartikeln oder Feuchtigkeit ist ausgeschlossen, wenn die Verpackung erst vor Ort geöffnet wird. Doch auch unser stabiles Probengefäß aus PET kann den zu untersuchenden Schmierstoff auf Dauer nicht komplett vor Umwelteinflüssen schützen. Lassen Sie eine Probe längere Zeit im Sonnenlicht stehen, kann sich die Ölfarbe ändern. Antioxidantien in Turbinenölen können das Öl nach wenigen Tagen violett erscheinen lassen, helle Hydrauliköle werden durch Lichteinfluss dunkler. Mit Ausnahme der Farbe ändern sich aber die typischen ermittelten Kennwerte nicht. Wenn die Ölprobe größeren Temperaturschwankungen ausgesetzt ist, kann sich bei bestimmten Öltypen auch der Wassergehalt während der Lagerzeit verändern.

Unsere speziell entwickelten Probengefäße aus PET sind sauber, temperaturstabil, sicher verschließbar und haben sich millionenfach bewährt. Allerdings sind selbst sie nicht für jede Art von Schmierstoffen geeignet. Kälteverdichteröle zum Beispiel enthalten fast immer Reste gasförmiger Kältemittel. Für sie stellen wir gasdichte Probengefäße aus Glas mit Metalldeckel zur Verfügung. (siehe S. 3 dieser Ausgabe). Sie halten dem Druck der gasförmigen Kältemittel stand und sorgen für einen sicheren Transport selbst heikler Proben ins OELCHECK-Labor. Auch für Transformatoren- und Isolieröle sind besondere gasdichte Glasspritzen und Aluminiumgefäße (siehe OELCHECKER Winter 2011​​​​​​​) Bestandteil des jeweiligen Analysensets.

Fazit: Vermeiden Sie unnötige Standzeiten von Proben

Senden Sie alle Schmierstoffproben immer innerhalb kürzester Zeit an unser Labor! Sie werden bis zum Ende des folgenden Arbeitstages untersucht und beurteilt, wenn sie bis 12 Uhr bei uns eintreffen.

Die bei uns gemessenen Analysenwerte werden sich zwar durch die Standzeit nicht wesentlich verändern. Wenn aber mehrere Tage oder Wochen zwischen Entnahme und Untersuchung der Probe vergehen, können die Analysenwerte bereits stark vom aktuellen Zustand des sich noch im Einsatz befindlichen Schmierstoffs abweichen.

Mit dem umgehenden Versand Ihrer Proben tragen Sie aktiv dazu bei, dass Sie von der Schnelligkeit des OELCHECK-Labors und den unschlagbaren Vorteilen der OELCHECK-Schmierstoffanalysen maximal profitieren können.

Lesen Sie auch: Kann Öl schlecht werden?Sind Ölproben Gefahrgüter? Was muss ich beim Versenden von Ölproben beachten?

Quelle:

OELCHECKER Frühjahr 2012, Seite 8