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MPC-Test

Prüfinstrument bei OELCHECK: Fluitec iLab 475
Probenmenge: 50 ml
Einheit: keine (Index)
Ermittelte Werte: MPC-Index, Luminanz L, Rotwert a, Gelbwert b, Feste Fremdstoffe (Gew. in %)
Untersuchung für: Öle aus Gasturbinen, Dampfturbinen, Umlaufschmierungen, Hydraulik
Kurzbeschreibung:

Vor der Messung wird die Probe nach einer Ruhephase von mindestens 5 h von Hand für ca. 30 s geschüttelt. Danach werden 50 ml Öl und 50 ml filtriertes Heptan durch langsames Rühren miteinander gemischt. Vor dem Abfiltrieren wird eine neue, getrocknete Filtermembran mit einer Porenweite von 0.45µ gewogen.

Das Öl-Lösungsmittelgemisch wird unter Vakuum (710 mbar) über die Membran gezogen. Wenn keine Flüssigkeit mehr zu erkennen ist, kommt die Membran bei 80 °C für 3 h in den Trockenschrank. Nach der Trocknung erfolgt eine erneute Wägung. So kann die prozentuale Gewichtszunahme des Filters durch die Belagbildung kalkuliert werden.

Die eigentliche Auswertung der durch den Belag verursachten Verfärbung erfolgt dann mit dem i-Lab Colorimeter. Eine aus 3 LEDs bestehende Lichtquelle im Gerät sendet Licht im Spektralbereich auf die Membran. Die Ablagerungen absorbieren oder reflektieren das Licht ganz oder teilweise. Ein Detektor misst die Intensität des „gespiegelten“ Lichts an verschiedenen Lichtwellenbereichen. Die Elektronik wertet den Unterschied zwischen gesendetem Licht und reflektiertem Licht aus.

Die Unterschiede bei der Reflexion und die Farbintensität bei den jeweiligen Spektralbereichen erlauben die Kalkulation eines MPC-Indexes.

Aussage:

Die Höhe des MPC-Faktors steht im direkten Zusammenhang mit dem Potential des Öls, Ablagerungen zu bilden. Je höher der MPC-Index, desto stärker ist die Farbveränderung des Filters.

Im Öl befinden sich dann zunehmend weiche Partikel, meist mit höherem Molekulargewicht. Konglomerieren sie miteinander, formen sie wegen ihrer starken Polarität leicht Ablagerungen an allen ölbenetzten Komponenten im System. So können sie Ventile verkleben und die auf Öl basierende Regelung der Turbine erschweren. Ablagerungen an Lagerschalen von Gleitlagern verändern die Schmierspaltgeometrie und beeinflussen damit die Tragfähigkeit des Lagers. Sichtbares Zeichen für solche Probleme sind z.B. verkürzte Filterstandzeiten oder Ablagerungen an Tankwandungen.

Zugrundeliegende Prüfnorm: ASTM D7843